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Logbuch des Hetmanns

Göttliche Rache

   Geschrieben von: Hengist   in Das Sturmkind, Die Mannschaft, Vaterfreuden

Mit lautem Knirschen schabte der Bug der Raubvogel am Schandeck des Walfängers entlang. Der Aufprall fuhr uns durch Mark und Bein. Das bedrohliche Knarren von bis an seine Grenzen beanspruchtem Holz erfüllte die Luft. Dann ertönte unser Kriegsschrei.

Noch während wir anderen die gut zwei Schritt höher liegende Bark zu erklimmen, warf der alte Steuermann der Sturmvögel die Harpune, die uns auf die Spur der Walfänger gebracht hatte. Grade als ich über das Schandeck kletterte und meine Füße auf den Planken des Walfängers Halt fanden brach einer der Südländer, die Harpune in seinem Bauch umklammernd, mit einem eigenartigen Maunzen zusammen. Neben mir sprang Swörn auf die Decksplanken und zu meiner Rechten erklomm Bjarne die Bark, sein langes Messer zwischen den Zähnen, war mit einem mal der übliche Ausdruck endloser Langeweile aus seinem Gesicht verschwunden. An seine Stelle war ein gefährliches Funkeln getreten und ich muss gestehen, dass mich dieser Ausdruck bei dem sonst so faulen, gleichgültigen Kerl verunsichert hat.

Die Walfänger, harte Männer, aber einfach nicht an den Kampf gewöhnt hatten sich im Bug des Schiffes versammelt und betrachteten uns, wie wir neben dem Leichnahm des erlegten Wals, dem heiligsten aller Tiere, ihr Schiff erklommen und mit raumgreifenden Schritten auf sie zu eilten. Eine Woge des Hasses erfasste uns. Wie konnten diese ängstlichen Geschöpfe es wagen in unseren Gewässern, die Geschwister unseres Gottes zu töten? Erneut brandete lautes Geschrei auf und wie von einer mächtigen Welle getragen stürmten wir, plötzlich, alle auf einmal vorwärts.

Wie die Flut brandeten wir heran, getragen von Hass und Verachtung für den Feind, die Harpunen die man nach uns warf oder uns entgegenstreckte wurden wie Stöckchen beiseite gewischt. Dann gruben sich unsere Speere, Äxte und Schwerter in lebendes Fleisch.

Ich erinnere mich nur sehr verschwommen an die Geschehnisse dieses Kampfes, doch einige Dinge sind mir im Gedächtniss geblieben, allen voran der Stolz auf meine kleine Frekja, die in diesem Kampf wie eine Furie unter unsere Feinde fuhr und blutige Ernte hielt. Doch auch Askir war wie von Sinnen. Der Walhirte, sonst so besonnen und darauf bedacht Herger in seinem Blutrausch zu kontrollieren, hatte selbst Schaum vor dem Mund und brüllte seinen Hass hinaus. Wie in blutigen Nebel gehüllt stand er auf dem Deck der Walfängerbark, immer wieder wirbelten Blut, Knochensplitter und Zähne um ihn herum. Selbst Swörn hatte den Bogen fort- und sich mit einem langen Messer auf ein Opfer geworfen.

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Walfänger!

   Geschrieben von: Hengist   in Das Sturmkind

Schneller und schneller glitt das Schiff der Sturmvögel dahin. Wind und Ruderer trieben uns so schnell vorwärts, dass die Raubvogel ihrem Namen alle Ehre machte. Es wäre eine Fahrt gewesen die uns alle Lachen und Jauchzen gemacht hätte, wäre ihr Anlass nicht aus unseren schlimmsten Albträumen geboren.

Stöhnend und ächzend zogen wir die Riemen mit all unserer Kraft durch das schäumende Wasser. Unsere Arme begannen bereits zu ziehen und in kaum einer Stunde würden sie brennen wie Feuer. Wir würden kaum in der Lage sein unsere Arme zu heben, ganz zu schweigen von Äxten, Schwertern und Schilden. Doch wir waren einfach zu stur um uns zu zügeln. Wie Walfänger würden bluten und wir mussten sie erreichen bevor die bereits gefährlich tief hängende Sonne den Horizont berührte.

Nach zwei Stunden, die Sonne stand bereits tief genug um unter dem unteren Rand des Segels hervor zu lugen, kam endlich der erlösende Ruf.
“Segel voraus!” Ich weiss nicht woher wir sie nahmen, aber neue Kraft erfüllte unsere Arme. Das Schiff vor uns war eine dreimastige Barke wie man sie im Süden häufig findet. Und sie lag tief im Wasser ob ihrer schweren Ladung. Sie würde uns nicht entwischen.

Es dauerte noch eine halbe Stunde bis sie uns bemerkten. Am Anfang versuchten die Walfänger noch mit ihrer Ladung, einem jungen Pottwal, zu entkommen. Doch als wir in weniger als einer Stunde die Entfernung zwischen uns auf nur sechzig Bootslängen verkürzten begannen sie panisch zu werden. Offenbar hatten sie vor ihre Beute, die sie mit einem schweren Flaschenzug über Deckshöhe gezogen hatten, so dass nur der Kopf des armen Tiers noch im Wasser hing, wieder los zu werden. Doch in ihrer Hast trennten sie jene Taue zuerst durch, die den Schwanz des Wals hielten und der gewaltige Körper krachte auf ihr Deck, wobei er eine Ruderbank vollständig zerstörte. Jetzt gab es keine Chance mehr für sie zu entkommen.

Auf der Raubvogel wurden unterdessen die Riemen eingeholt. Mit einem grimmigen Lächeln bewaffnet verstauten wir die langen Ruder und begannen uns für den Kampf zu rüsten. Der Wind trieb uns weiter hart voran. Wir waren nurnoch zwanzig Bootslängen von unserem Feind entfernt.

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Wie glühende Kohlen

   Geschrieben von: Hengist   in Das Sturmkind

Wir näherten uns dem großen Flecken im Wasser unter halbem Wind, doch die Schoten hingen lose herab, zwei Mann standen bereit bei Fall und der Rest von uns umklammerte die Griffe unserer Äxte und Schwerter. Vielleicht war ja das, was dieses Blutvergießen angerichtet hatte noch in der Nähe?

Mit leisem Kratzen schabte ein Hai an unserem Rumpf entlang, als wir endlich nahe genug waren um das zu erkennen das dort im Wasser trieb. Was uns erst vorkam wie ein abgebrochenes Ende eines Ruders stellte sich als eine Harpune heraus, so dick wie das Handgelenk eines Mannes. Arne gelang es die frevlerische Waffe aus dem Wasser zu fischen und er zeigte sie uns allen mit grimmem Blick. Deutlich erkannten wir nun die mit Widerhaken besetzte, eiserne Spitze, an der noch ein Fetzen traniger Walhaut hing.

Walfänger.

Niemand sagte ein Wort. Es gab keine lauten Wutausbrüche und auch kein zorniges aufheulen. Ohne das wir etwas sagen mussten lenkte Jandra unseren Bug nach West, in die Richtung, in der die Wale, die uns noch vor kurzem begleitet hatten, verschwunden waren. Der Wind fasste kräftig ins Segel, doch wir brachten trotzdem die Riemen aus und ruderten zähneknirschend in die Richtung, in der wir auch die Walfängern vermuten mussten.
Alle Gedanken an den eigenartigen Charakter unserer Reise waren vergessen. Das verdächtige Gefühl, das etwas mit unserer Reise nicht stimmte verkümmerte neben der glühenden Intensität des Hasses den wir nun verspürten. Walfänger. Walfänger!

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Bewerbung bei rsp-blogs.de

   Geschrieben von: Hengist   in Irdisches

Ich wollte eigentlich nie irdisches in das Tagebuch meines Charakters schreiben, aber Heute muss es sein.

Denn heute bewerbe ich mich bei rsp-blogs.de, einer Zusammenfassung deutscher Rollenspielblogs und setze mein Geschreibsel dem kritischen Blick der Öffentlichkeit aus. Ich bin gespannt wie man mich in der Rollenspiel-Blog-Gemeinde begrüßen wird und hoffe inständig dass ich diesen irdischen Eintrag bald wieder löschen darf.

Vor Allem jedoch freue ich mich darauf die Meinung von Gleichgesinnten zu meiner Arbeit zu lesen und an der Kritik zu wachsen. Schließlich schreibe ich zwar in erster Linie für mich und meine eigene Rollenspielrunde, doch hoffe ich auch einem breiteren Publikum Freude zu bereiten.

Hoffen wir das Beste.

Spuren im Wasser

   Geschrieben von: Hengist   in Das Sturmkind

Schon eine Weile lastete der Verdacht auf uns dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuging. Die Reise verlief zu glatt, die Tage flogen nur so an uns vorbei. Es hätte einige Wochen dauern sollen auch nur bis Prem zu kommen und nun ließen wir die premer Halbinsel bereits hinter uns in einer Zeit die uns grade mal wie wenige Tage vorkam. Auch konnte ich mich nicht erinnern Thorwal oder Prem angelaufen zu haben, was wirklich sehr verdächtig war, grade wenn der Kurs einen direkt an beiden Städten vorbeiführt.

Das heisst, der Verdacht lastete nur auf uns sechs, Frekja, Herger, Askir, Swörn, Bjarne und mir selbst. Die Sturmvögel, auch darauf angesprochen schienen nichts zu bemerken, was nur weiter zu unserer Verwunderung beitrug. Doch bevor wir diesen merkwürdigen Dingen weiter nachgehen konnten, wurde unsere Aufmerksamkeit bereits von etwas viel schlimmerem gefesselt.

Zuerst hielten wir die dunklen Flecke die in Lee vorbeizogen nur für dicht unter der Oberfläche treibenden Tang. Doch wurden die Flecke immer häufiger und begannen einen langen Streifen zu bilden dem wir von Neugier getrieben folgten. Es hätte der immer öfter aus zu machenden Haie nicht bedurft, als einer der dunklen Flecke dicht am Schiff vorbei trieb tauchte ich meine Hand hinein und als ich sie wieder herauszog war sie rot vom Blut. Wir folgten der Spur mit wachsendem Ungemacht als eine halbe Meile vor uns ein großer dunkler Fleck in Sicht kam.

Ein dutzend dreieckige Flossen zerschnitt das Wasser um den gewaltigen Blutflecken der hier zwischen Premer Halbinsel und Manrek, der südlichsten Insel der Olportsteine im Wasser trieb. Was mochte geschehen sein? Selbst die gesamte Mannschaft eines Drachenschiffes konnte nicht soviel Blut vergießen. Irgendetwas riesiges musste hier einen grausamen Tod gestorben sein. Nur was und warum?

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